Die wohl momentan eleganteste Art zu erkennen, ob eine Tür/ ein Fenster offen oder geschlossen ist, bietet Sensative mit seinem Produkt „Sensative Strip“. Ein Akku-betriebener Sensor, der dank seiner Maße komplett unsichtbar im Tür-/ Fensterrahmen montiert werden kann. Wir gehen dem Strip auf die „Strippe“ und zeigen euch, mit welchen Vor- und ggf. Nachteilen ihr rechnen müsst.

Sensative Strip im Home Assistant Review

Unboxing und erster Eindruck

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Das Strip ist tatsächlich so schmal wie er auf den Produktbildern zu sehen ist. Er kommt in einer Verpackung daher, in die auch drei Sensative Srips passen würden. Allerdings fehlen zwei, aber schließlich haben wir ja auch nur einen bestellt ;-) Außer dem Strip selber befinden sich noch zwei Magnete im Lieferumfang. Der runde Magnet wird lediglich zum Inkludieren/ Exkludieren benötigt, der flache Magnet mit dem Sensative Logo dient als Signalgeber im Tür-/ Fensterrahmen, wo er auch angeklebt werden muss.

Eine ausreichend bebilderte Anleitung zum In- und Exkludieren befindet sich außerdem noch in der flachen Schachtel.

Größe/ Anbringung

zwaveshopping_sensative_strip_position.j

Anfangs war ich etwas skeptisch, ob der Sensor schmal genug ist, um zwischen meine Bad-Tür und deren Rahmen zu passen. Schließlich kann man den Abstand der beiden untereinander nicht richtig messen. Ich habe mich deshalb auf mein Gefühl verlassen und bin einfach das Risiko eingegangen. Das Strip passte allerding trotz meiner Bedenken und hatte noch genügend Platz und Bewegungsfreiraum. Es besitzt auf der Rückseite ein selbstklebendes Band, welches „sehr gut“ hält. Ich rate euch dazu, erst den finalen Befestigungsort zu wählen, bevor ihr das Strip fixiert, denn ein späteres Entfernen führt dazu, dass der Sensor evtl. beschädigt werden kann oder er nicht mehr richtig klebt – zumindest an den äußeren Stellen. Ihr solltet es auch vermeiden, den Sensor in unmittelbarer Nähe zu magnetischen Teilen des Tür- oder Fensterrahmens zu befestigen, da sonst die gesendeten Werte verfälscht werden können. Den Einsatz an metallischen Stellen (wie bei mir im Türrahmen, da es keine nicht-metallischen Stellen vorhanden sind) ist bei mir hingegen kein Problem. Der flache Magnet sorgt an der Unterseite (LED) dafür, dass der Sensor den Zustand „geschlossen“ erkennt. Wird der Magnet – etwa durch öffnen oder kippen der Tür – vom Sensor entfernt, erwacht der Sensor aus seinem Sleep-Mode und sendet den neuen Status an das Gateway.

 

Akku-Laufzeit

Nun, wie kann man sich einen Sensor für ca. 50€ kaufen, der weder auswechselbare Batterien hat, noch einen Akku zum Aufladen? Werfen wir das Ding weg, wenn es leer ist? Die ernüchternde Antwort: Ja. OK, vielleicht werfen wir das Strip nicht weg, aber brauchbar ist es danach auch nicht mehr wirklich.

Im Ernst?

Ja. Dank des Deep-Sleep Verhaltens sendet der Sensor nicht alle x Minuten (wie wir das von anderen batteriebetriebenen Sensoren kennen) ein Status-Update an unsere Zentrale, sondern erwacht nur bei bestimmten Aktivitäten und sendet dann unmittelbar einen Status (offen/ geschlossen), um danach wieder unmittelbar in den Schlafzustand zurück zu verfallen. Dank dieser Methode wieder der Energieverbrauch auf ein Minimum begrenzt. Dies führt dann letztendlich zu einer Lebensdauer von ca. 10 Jahren (vermutlich bei durchschnittlicher Benutzung als Tür-/ Fenster-Sensor). Habt ihr hier einen Einsatzort, an dem minütlich auf oder zugemacht wird, könnte sich die Lebensdauer drastisch verkürzen und ihr solltet lieber auf einen Sensor mit Batterie (z.B. Fibaro) oder Akku (Aeotec) zurückgreifen. Bei mir wird der Sansative Stripe im Bad (Außentür) verwendet, die täglich vermutlich nicht öfter als 10-mal geöffnet/ geschlossen wird.

Inklusion/ Exklusion

Inklusion

Die wohl einfachste Art den Sensative Strip zu inkludieren wird mittels AEOTEC’s USB-Stick vorgenommen. Ein einfacher Klick auf den Button bringt den losen USB-Stick in Sensornähe in den Inklusionsmodus. Nun bedienen wir uns des runden Magnets, und bringen ihn 3-mal in 10 Sekunden an den oberen Bereich des Sensors, bis dieser jeweils (nach jedem mal) kurz blinkt. Haben wir das geschafft, bestätigen uns das USB-Stick sowie Strip optisch. Der Sensor ist nun gepairt und wir können unseren USB-Stick wieder an unser Gateway anschließen. Ihr könnt den Sensor allerdings auch über das open-zwave-control-panel (OZWCP) inkludieren. Das bringt gleich mehrere Vorteile. Das Z-Wave-Gateway erhält gleich Informationen über Nachbar-Geräte und der optimalen (und Ausweich-) Route zum Gerät, wir können den Sensor im „Secure“-Mode (falls eingerichtet) hinzufügen und außerdem brauchen wir den RPi nicht neu zu starten.

TIP: Hattet ihr den Sensor bereits mit einem gateway verbunden oder euer gateway resettet, hilft euch immer folgender Hinweis:

Zuerst Exklusion am Gerät durchführen!

Der Sensor speichert Informationen zur verbundenen Z-Wave-Zentrale ab, welche er dann benutzt um Informationen mit dieser auszutauschen. Habt ihr jetzt ein neues (oder zurückgesetztes) Z-Wave gateway, gelingt ein (erneuter) Inklusionsvorgang nicht, und der Sensor versucht immer noch die „alte“ Zentrale zu erreichen.
 

Exklusion

Je nach Bedarf kann das Strip auf verschiedene Weise exkludiert werden. Die einfachste Lösung ist dabei mit Hilfe des OZWCP. Dort klickt ihr bei markierten Device auf „Controller“ -> „Remove Device“. Danach wartet das Gateway auf Kontakt vom Sensor, um diesen den Exklusionsvorgang mitzuteilen. Da das im „sleeping mode“ so nicht funktioniert, müssen wir den Sensative Strip aufwecken. Am einfachsten wenn wir die Tür/ das Fenster einmal kurz öffnen/ schließen. Danach sollte das device aus dem OZWCP entfernt, und somit exkludiert worden sein.

Sollte das Gerät (wie im Tipp erwähnt) mit einem Gateway verbunden sein, auf welches wir keinen Zugriff (mehr) haben, müssen wir den Exklusionsvorgang am Gerät selber durchführen. Das funktioniert wie beim Inkludieren: Innerhalb zehn Sekunden müssen wir den mitgelieferten, runden Magneten 3-mal in den oberen Bereich des Strips bringen (dazu muss jedesmal eine grüne LED kurz aufleuchten), allerdings beim dritten Mal dieser am Sensor bleiben (ca. 10 Sekunden). Das Sensative Strip bestätigt das Exkludieren mit einem langen Aufleuchten der grünen LED.

Parametrisierung Sensative Strip

Das Sensative Strip hat lediglich zwei nennenswerte Parameter, die im Standard ohnehin relativ gebräuchlich eingestellt sind.


WertBeschreibung
Notification typeDie Art, wie der Sensor mit dem Gateway kommuniziert, bzw. wie er Werte an das Gateway liefert. Hier konnte ich mit dem voreingestellen Wert „Notification report“ die besten Ergebnisse in Home Assistant erreichen. Noch möglich wären hier die Werte „Binary Sensor report“ oder „Basic report“.
Led indicationHier kann mit „On“ (Standard) oder „Off“ geregelt werden, ob die LED aufblinkt, wenn der Sensor eine Statusänderung an das Gateway sendet. Mit etwas Vorstellungskraft kann man hier vielleicht das ein oder andere Prozent an Akkuleistung einsparen. Vielleicht gibt es allerdings auch Einsatzgebiete, wo das Leuchten der LED nicht erwünscht ist.
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Integration Home Assistant

In Home Assistant erscheinen nach Neustart sechs Sensoren. Die meisten sind für uns hier mehr oder weniger unwichtig. Alleine der Sensorwert „Access Control“ liefert uns wichtige Werte:

WertBeschreibung
Access ControlDer für uns ausschlaggebende Sensor um den Zustand der Tür/ des Fensters festzustellen. In der Regel sind hier drei verschiedene Werte zu erwarten. Der Wert 23 steht für geschlossen. Wird 22 angezeigt, steht das für einen offenen Zustand. Zudem kann es sein, dass hier der Wert 254 erscheint. Ist das der Fall, hat der Sensor schon länger keinen Wert mehr im geschlossenen Zustand gemeldet. Das heißt, falls der Sensor etwas anderes als 22 anzeigt, können wir vom geschlossenen Zustand ausgehen.

Außerdem erhalten wir seit Home Assistant Version 41.0 einen extra Abschnitt „ZWave“, wo auch hier unser Device mit der entity_Id zwave.sansative_strips_{node_id} gelistet wird.

TIPP: Hier verstecken sich übrigens seit Version 41.0 Attribute wie z.B. battery_level
"zwaveshopping_sensative_strip_ha.jpg

Sensor-Werte "offen/zu" und Batteriezustand

Alles soweit toll und recht. Aber was uns interessiert können wir so nur unter Umständen ablesen. Schöner wäre es doch, wir hätten zwei Sensoren: Einen für Tür/Fenster auf/zu und einen für die Restanzeige des Akkus. Alles andere ist nicht wirklich relevant oder nur für erweiterte Implementierungen und Überwachungen interessant. Um das aber so gepflegt umzusetzen, brauchen wir einen selbstgemachten binären Sensor (Zustand) und einen eigenen normalen Sensor (Batterieanzeige). Also: los geht’s:

Binärer Sensor zur Zustandsanzeige

Binary_sensor:

  - platform: template
    sensors:
      bathroom_door:
        value_template: ‚{{ is_state(„sensor.sensative_strips_access_control_7_9“, „22“) }}‘
        friendly_name: ‚Tür Bad‘
        sensor_class: opening

 

Sensor für Batterieanzeige:

Sensor:
  - platform: template
    sensors:
      bathdoor_battery:
        friendly_name: ‚Batteriestand Badtür-Sensor‘
        value_template: ‚{{ states.zwave.sensative_strips_7.attributes.battery_level }}‘
        unit_of_measurement: ‚%‘

 

Die Bezeichnung „sensative_strips_7“ müsst ihr natürlich eurer Konfiguration anpassen (Die Zahl steht für die NodeID). Nach Neustart von Home Assistant solltet ihr dann die zwei neuen Sensoren angezeigt bekommen. Alles andere könnt ihr nun bequem per customize in der configuration.yaml ausblenden (hidden: true) damit nur noch die relevanten Sensoren angezeigt werden.

Fazit Sensative Strip

Tja, jetzt könnte man meinen: Tür- und Fenstersensoren machen ja alle das gleiche. Das ist auch richtig. Das Entscheidende an der ganzen Geschichte ist allerdings dann, wie das alles dann auch aussieht. Längst spielt die Optik doch eine mindest genau so hohe Rolle als die Technik selber. Und da bietet das Sensativve Strip einen entscheidenden Vorteil: Nichts! Nichts zu sehen. Unsichtbar. Während man bei anderen Sensoren einen optischen Disput eingehen muss (mehr oder weniger - je nach Gerät), geht man mit dem Strip von Sensative auf Nummer sicher.

Mein Rat: An gut sichtbaren Türen und Fenster muss der Sensative Strip her - an anderen Stellen (bei mir z.B. an den Kellerfenstern und -türen oder in der Garage/ Dachboden tuts auch was anderes ;-)

marco

Hallo, mein Name ist Marco. Ich bin Wirtschaftsinformatiker mit der Vision seine Bestandsimmobilie der 90er mit den neuesten Trends der Z-Wave-Produktfamilie "aufzumöbeln". Ich blogge über Z-Wave-Geräte, HomeAssistant und Ideen, wie ihr euer Heim noch smarter machen könnt.